Quarkwickel – alte Heilmethoden

Wir Tierhalter kennen das wohl alle – Beschwerden bei unseren tierischen Familienmitgliedern treten immer genau zu den Uhrzeiten auf, zu denen kein Tierarzt mehr Sprechstunde hat.

In manchen dieser Fälle können wir unseren Freunden mit einfachen Methoden auch selbst helfen. Die benötigten Zutaten und Utensilien finden sich in fast jedem Haushalt. So kann die Zeit bis zur regulären Sprechstunde unseres Tierarztes überbrückt werden.

Alte Methoden, neu entdeckt

Der gute, alte Quarkwickel gehört zu diesen Methoden und ist vielen sicherlich noch aus der Kindheit bekannt. Mit Quarkwickeln und viel Liebe konnten Mutter und Oma so manches Wehwehchen lindern. Und heute ist der Quark noch genauso wirksam wie damals. Er kann sowohl unseren tierischen Freunden als auch uns selbst bei zahlreichen Beschwerden helfen.

Er kann als kalter, aber auch als warmer Wickel eingesetzt werden. Das enthaltene Kasein wirkt entzündungshemmend. Der Blutfluss im Körper wird gelenkt, die Ausleitung von Schadstoffen und die körpereigenen Regulationsmechanismen werden angeregt.

Möchte man ganz korrekt sein, so unterscheidet man zwischen Wickel, Auflage und Kompresse:

Unter einem Wickel versteht man das kreisförmige Anlegen eines oder mehrerer Tücher um ein Körperteil oder um den ganzen Körper. Eine Auflage bedeckt nur einen Teil des Körpers. Eine Kompresse ist eine Auflage, die mit einem Tuch, das den ganzen Körper umschließt, fixiert wird.

Umgangssprachlich spricht man also häufig von einem Wickel, obwohl es sich eigentlich um eine
Kompresse handelt.

Der kalte Wickel:

Wirkung:

  • kühlend
  • entzündungshemmend
  • verringern die Durchblutung
  • können Schwellungen verringern
  • entziehen den behandelten Körperstellen Wärme

Einsatzmöglichkeiten der kalten Wickel:

  • Beschwerden, die sich durch Kühlung bessern
  • stumpfe Verletzungen (z.B. Prellungen, Verstauchungen, Blutergüsse)
  • akute und lokale Entzündungen (z.B. Entzündungen der Lymphgefäße)
  • Insektenstiche
  • leichter Sonnenbrand

Wichtig:

Der Quark sollte ungefähr Zimmertemperatur haben (ca. 18 °C). Die kalten Quarkwickel dürfen generell nur auf warmen Körperteilen angewandt werden. Auch wenn das Tier generell friert, sind keine kalten Wickel anzuwenden.

Für die beschriebenen Einsatzmöglichkeiten ist eine Auflagedauer von 10 – max. 15 Minuten ausreichend. Die Anwendung kann bei Bedarf wiederholt werden.

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Der warme Wickel:

Wirkung:

  • entkrampfend
  • schmerzlindernd
  • regen die Durchblutung an
  • regen den Stoffwechsel an
  • transportieren Abfallstoffe ab

Einsatzmöglichkeiten der warmen Wickel:

  • Beschwerden, die sich durch Wärme bessern
  • chronische Entzündungen
  • Arthritis
  • Rheuma
  • Bronchitis
  • Halsschmerzen

Wichtig:

Der Quark sollte ungefähr körperwarm sein. Er kann in einer Schüssel im Wasserbad auf dem Herd angewärmt werden. Die warmen Quarkwickel dürfen nicht bei akuten Entzündungen eingesetzt werden.

Ebenso nicht nach frischen Verletzungen, beim Verdacht auf innere Blutungen oder bei vorliegenden Durchblutungsstörungen aufgrund verengter Gefäße. Es ist eine Auflagedauer von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden möglich.

Und wie wird das Ganze nun gemacht?

Es werden benötigt:

  • eine Packung Quark (Fettgehalt ist nicht relevant)
  • ein Stofftuch (altes Geschirrhandtuch oder Ähnliches)
  • Löffel, Messer oder Spatel, um den Quark auf dem Stofftuch zu verteilen
  • ein Schal, Halstuch, Binde oder Ähnliches, zur Fixierung des Wickels
  • evtl. ein Handtuch als Unterlage, zum Schutz vor Flecken
  • für den warmen Wickel zusätzlich Schüssel und Kochtopf

Die Hälfte des Stofftuches wird ca. 0,5 cm dick mit dem kalten oder warmen Quark bestrichen, zusammengeschlagen und mithilfe der Binde an der zu behandelnden Stelle fixiert.

Gibt es noch etwas zu beachten?

  • Wenden Sie keine Quarkwickel auf offenen Wunden oder bei schweren Verletzungen an. Ebenso nicht bei einer vorhandenen Allergie gegen Milchprodukte
  • Ein direktes Auftragen des Quarks auf der Haut oder dem Fell des Tieres ist nicht zu empfehlen
  • Zwischen einer Mahlzeit und der Anwendung eines Wickels sollten mindestens 30 Minuten liegen
  • Vor der Behandlung bei Hunden empfiehlt es sich, das Tier nochmal kurz Gassi zu führen, damit es sich lösen kann
  • Zum Schutz der Möbel vor Flecken ist es ratsam, für die Dauer der Behandlung ein Handtuch unterzulegen

Durch die Anwendung eines Wickels setzen Sie den Körper des Patienten immer einem Reiz aus. Bitte achten Sie darauf, dass dieser Reiz nicht zu stark und immer an den Gesundheitszustand des Patienten angepasst ist. Vermeiden Sie zu kalte oder zu heiße Wickel.

Bleiben Sie bei Ihrem Tier, solange der Wickel aufliegt und behalten Sie es unter Beobachtung. Die meisten Tiere zeigen, ob ihnen eine Behandlung guttut oder unangenehm ist. So haben Sie die Möglichkeit, den Wickel abzunehmen und die Anwendung zu beenden, falls Sie bemerken, dass er Ihrem Tier nicht guttut oder unerwünschte Auswirkungen auf seinen Kreislauf hat.

Zudem ist es optimal, wenn das Tier nach der Anwendung noch einige Zeit ruhen kann. Falls die vorhandenen Beschwerden trotz Ihrer Behandlung anhalten, aber auch, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Quarkwickel die richtige Behandlungsmethode in Ihrem Fall darstellt, sollte immer ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker hinzugezogen werden.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer gesunde Tiere haben und den Quarkwickel nie einsetzen müssen.

Den bereits vorsorglich gekauften Quark müssen Sie deshalb nicht wegwerfen. Sie können ihn zum Beispiel Ihrem Hund in kleinen Portionen unter das Futter mischen. Sie können sich auch selbst etwas Gutes tun und den Quark z.B. mit Honig zu einer wohltuenden Gesichtsmaske verarbeiten.

Oder Sie zaubern einen leckeren Käsekuchen, den Sie gemeinsam mit Ihren Lieben genießen. Denn es sind ja immer auch die glücklichen Momente, die zur Gesundheit von Mensch und Tier beitragen.

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