Mein Tier – mein Spiegel

Mein Tier, mein Spiegel

In einer Fachzeitschrift fand ich einen Beitrag mit dem Titel “Mein Tier – mein Spiegel?” und darunter: „Was tun, wenn Tiere die Krankheiten ihrer Besitzer spiegeln? Welche Möglichkeiten habe ich als Behandler?“ Gute Frage! Bei mir steht kein Fragezeichen in der Titelzeile, denn unsere Tiere spiegeln uns, wie auch unsere Kinder uns spiegeln, wenn wir welche haben. Das ist meine Erfahrung und Überzeugung und damit stehe ich nicht alleine.

Krankes Tier- was tun?

Gut, wir schauen nach den Tieren – ich bin Tierheilpraktikerin und behandele oder sollte die Tiere behandeln, weniger die Besitzer und ihre Familie. Das ist meine Aufgabe. Deswegen werde ich angerufen und sitze am Küchentisch und soll – bitteschön – den Hund oder die Katze gesund machen.

Die sind aus unerklärlichen Gründen krank oder haben gewisse, hartnäckige, lästige Symptome, die nicht so schön sind. Der Tierarzt weiß nicht mehr weiter. Die Befunde geben keinen weiteren Aufschluss. Das Futter wurde x-mal geändert und man hat alles, wirklich alles ausprobiert. Es wird mal besser und dann wieder schlechter.

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Da erkennen wir uns alle wieder – ich mich auch! Es gibt diese chronischen Geschichten, an denen wir verzweifeln, an Lösungen suchen, alles probieren und testen, alle Bücher lesen, im Internet suchen und recherchieren, bis die Tasten qualmen und wir trotzdem ratlos sind. WAS aber ist die Ursache der Probleme? Warum bin ich hier, sitze bei den ratlosen Tierbesitzern und warum funktioniert nichts?

Was macht der Therapeut?

Tja – da wird es für mich – als einem Therapeuten für die Tiere schwierig – und manchmal brenzlig, denn wo noch nicht geguckt wurde, ist beim Besitzer, bei der Bezugsperson für das Tier, im „System“, bei der Familie, der zweibeinigen und auch der vierbeinigen. Das ist nicht in erster Linie meine Aufgabe und das möchte man (oder Frau) mir gegenüber auch oft nicht hören, wenn meine Fragen in diese Richtung gehen.

Es gibt Ausnahmen, da sagt der Zweibeiner mit einem erleichterten Seufzer nach dem Motto: Endlich guckt mal jemand hin und zu mir! Ja super, das stimmt, da ging es mir nicht gut und da war beim Hund das erste Mal das und das. Ich hatte Stress in der Arbeit oder in der Familie und der Hund fing sich an zu jucken. Oder bekam Durchfall oder bellte ohne Grund oder biss sich immer in die Pfoten. Da wird der Zusammenhang offensichtlich und auch dem beteiligten Zweibeiner klar.

Das Tier im System!

Okay – nun kann ich einiges erklären und aufdecken, aber die eigentliche therapeutische Arbeit geht an einer anderen Stelle weiter und das Tier ist in dieser Hinsicht erstmal außen vor.

Das Tier bekommt auf jeden Fall artgerechtes Futter, uns fallen sicher auch Kräuter oder andere gesunde Möglichkeiten ein, die die Gesundheit unterstützen und fördern. Es bekommt viel Bewegung, viel Ruhe und muss nicht immer direkt beim und am Menschen sein (und nicht unbedingt bei ihm im Bett schlafen!), sondern braucht Ruhepausen und Abstand von unseren menschlichen Problemen.

Wo ist die Lösung?

Auf der anderen Seite, bei dem Menschen, da kommt ein weiterer Therapeut ins Spiel, andere Möglichkeiten weiterzuhelfen. In manchen Fällen reicht das Gespräch und das Offenlegen des Themas, eine einfache „Aufstellung“ des Systems, des Bewusstwerdens und das Tier profitiert einfach von dem Dabeisein, vom Zuhören, so seltsam sich das auch anhören mag.

Das ist ein für mich oftmals schwieriges Gebiet, was mir manchmal ein wenig, wenn ich ehrlich bin (und das bin ich in der Regel), die Arbeit verleidet. Es spiegelt aber immer wieder auch mich selbst und also ist alles gut, so wie es ist. Wir und ich lernen immer wieder dazu! Jeden Tag – bei jedem Tier – bei jedem Menschen!

Literatur zum Thema?

  • „Das Tier als Spiegel der menschlichen Seele“
    Ruediger Dahlke/Irmgard Baumgartner, Verlag Goldmann
  • „Systemische Tieraufstellung“
    Rosina Sonnenschmidt, Verlag Sonntag


Autorin:

Tierheilpraktikerin Christine Erkens, Monschau – www.thp-erkens.de

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