Fellwechsel ist keine Krankheit

Fellwechsel

Die jahreszeitlichen Übergänge vom Winter in den Frühling und im Sommer in den Herbst und Winter sind bei unseren Haustieren in der Regel unübersehbar: Es fliegen Haare durch die Luft, die Fleecejacke hat mehr Tierhaare als sonst was, überall sind Haare, büschelweise fliegen sie durch das Haus, den Garten und über die Wiese. Man ist stundenlang und ohne sichtbaren Erfolg am Bürsten und Kämmen.

Fellwechsel = Problem?

Liest man in dieser Zeit im Internet oder in Fachzeitschriften kommt man rasch in das Gefühl, dass sich eine Krankheit, eine Schwäche, ein behandlungsbedürftiger Zustand bei den Tieren entwickelt, der rasche und unbedingte Maßnahmen erfordert, um diese Notzeit zu überstehen.

Hat der Wolf im Wald, das Reh auf der Wiese, das Kaninchen im Gebüsch oder der Vogel in der Hecke nun auch seine überaus wichtige Zusatzration an Mineralstoffen, Vitaminen, wichtigen Ölen und Proteinen im Futterangebot? Im Frühling möglicherweise durch das wachsende und gedeihende Angebot in der Natur. Im Herbst muss die Reserve in allen Körperdepots und der Speck vom Sommer dran glauben.

Was machen Haustiere im Fellwechsel?

Der Hund ist aber, glaubt man den Medien und Herstellern der Futtermittel, aktiv gefährdet, krank zu werden. Ebenso das Pferd. Der Haarwechsel beginnt auch schon vor dem sichtbaren Haaren, also mitten im gefühlten Sommer oder Winter. Dann muss die Ration umgestellt und ergänzt werden.

Die Ration ist aber, meiner Erfahrung nach, jetzt schon und immer reichlich und ausgewogen und oft mit Bestandteilen im Überangebot. Doch – noch eine Schippe drauf. Das Ganze mit den Haaren kostet Kraft! Das tut es nicht mehr mit normalem, gutem Futter (das setzte ich mal voraus!), da muss alles Mögliche ergänzt werden.

Übertriebene Fürsorge?

Alles gut und schön! Wir sollten schauen, was das Tier benötigt. Denn es ist ein Tier, es hat ein Regulationssystem, das funktioniert, was sich anpasst an Kalt und Warm, an Arbeit, an Ruhe und an … den Fellwechsel. Das gesunde Tier hat Reserven und Depots, die es angreifen kann und auch sollte, denn dafür sind die da. Das ist in der Natur so und prima geregelt.

Es kann auch mal ein Mangel an irgendwas sein, das ist „normal“ und gesund und fordert dem Körper auf, wach zu bleiben und zu arbeiten. Und der Fellwechsel gehört zum Leben, ebenso wie Trächtigkeit und Geburt und die folgende Milchproduktion normal sind und mit dem natürlichen, Jahreszeiten entsprechenden Futter und Leben bewerkstelligt werden. Es sind keine Krankheiten! Es ist das Leben!

Sorgen wir lieber dafür, dass die Tiere artgerecht und natürlich leben und in einem gewissen Rahmen für sich selbst sorgen können und das Futter aussuchen dürfen, was ihnen bekommt und sie gesund hält. Das ist wichtiger als jeder Futterzusatz, bunter Vitamincocktail in der Tube, als eine ausgeklügelte Frühjahrskur oder  ein vierwöchiges, teures und gekauftes Herbstprogramm für das liebe Tier.

Fazit

Also cool bleiben, die Natur beobachten, mit der Natur leben und nicht abgetrennt und ohne das Empfinden, was normal und natürlich, gesund und stark ist. Viele empfohlenen Ergänzungsfuttermittel o.ä. sind nicht mehr nah an dieser Normalität, sie werden in der Futtermittelindustrie zusammengestellt, mit hübschen Aufklebern versehen und gaukeln uns Gesundheit vor, aber lesen Sie sich mal die Zusammensetzung durch! Was ist da drin und wie kommt es da rein?

Reichen da nicht mehr Obst und Gemüse, frische Kräuter, mehr Möglichkeiten das Pferd draußen knabbern zu lassen, ein Tee aus frischen Brennnesseln, ein Schuss guten Öls im Futter? Und was den Tieren gut tut, tut auch uns gut. Denken wir an frische Kräuter im Frühling, die möglicherweise im Garten oder auf der Wiese wachsen, an Wildsalat und Wildgemüse, wild weil Natur. An Knospen und Keimlinge und an all das, was wir selber machen können. Sehr preisgünstig, sehr kreativ und es verbindet uns wieder mit dem Ursprung und dem, was in uns ist.

Autorin:
Christine Erkens, Monschau – www.thp-erkens.de

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